Evangelische Obdachlosenhilfe
in Deutschland e.V
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin
Tel.: (0 30) 8 30 01-3 71
Fax: (0 30) 8 30 01-83 71
E-Mail: wohnungslose@diakonie.de
21.07.2010
Wohnkosten sind für Menschen in Hartz-IV-Bezug ein elementarer Leistungsbestandteil zur Sicherung ihrer Existenz.
Der Staat ist zur Sicherung eines menschenwürdigen Daseins - dazu
gehört auch die Übernahme der Kosten für eine „angemessene“ Unterkunft -
verpflichtet. Das Problem ist jedoch häufig, dass der unbestimmte
Rechtsbegriff „angemessen“ unterschiedlich interpretiert wird. Eine
große Zahl aller Klagen bei Sozialgerichten im Bereich von HARTZ IV
haben genau die Wohnkosten zum Gegenstand. Deshalb wird von
verschiedenen Seiten auf eine Änderung der Regelungen über die
Leistungen für Unterkunft und Heizung gedrängt. Eine Pauschalierung der
Wohnkosten ist geplant, durch diese sollen die Kosten gesenkt und
Gerichtsverfahren begrenzt werden.
Die Evangelische
Obdachlosenhilfe in Deutschland e.V. lehnt diese Pauschalierung ab.
Bundesweit
sind die Mieten und Nebenkosten bereits regional so unterschiedlich,
dass der Versuch der Pauschalierung auf jeden Fall das Risiko in sich
birgt, dass die anfallenden Kosten für die Wohnung nicht gedeckt sind.
Jede Pauschalierung, die unterhalb der im Einzelfall gegebenen
tatsächlichen Kosten liegt, gefährdet aber die Wohnung und bedroht
Menschen existenziell mit Obdachlosigkeit.
„Unsere Erfahrung
ist, dass bei Mietrückständen schnell eine Räumung der Wohnung
durchgesetzt werden kann. Aus diesem Grund wären Pauschalierungen
zumindest in vielen Fällen gefährlich für die Menschen“, so Susanne
Kahl-Passoth, Vorsitzende des diakonischen Bundesverbandes. „Wohnen ist
aber ein Menschenrecht. Auch deshalb gilt hier das
Bedarfsdeckungsprinzip. Denn gerade in Sachen Wohnen haben Menschen mit
kleinem Budget vielerorts keine Möglichkeit, z.B. eine
verbrauchskostengünstige Neubauwohnung zu mieten. Deshalb sagen wir ein
klares Nein zu allen Pauschalierungsversuchen!“
Kontakt im
Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:
Hermann
Pfahler, 030-82097-29
26.04.2010
Der Anstieg der Wohnungslosigkeit bei der Gruppe der Unter-25-Jährigen ist eng mit den Sanktionen im Rahmen der Hartz-IV-Maßnahmen verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt die Evangelische Obdachlosenhilfe in Deutschland e.V. (EvO), der Fachverband des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschland nach einer Mitgliederbefragung.